Brauchtum in Bulgarien: Marteniza

Marteniza ist ein kleiner rot-weißer Schmuck, der in Bulgarien im März gegenseitig verschenkt und getragen wird. Dieser Brauch stammt aus dem 7. Jahrhundert n.Chr. und ist einer der beliebtesten Bräuche in Bulgarien.

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Marteniza – März

Sein Name leitet sich aus dem Wort Mart für März ab. Marteniza hat verschiedene Formen: rot-weiße Anhänger, Püppchen oder einfache Armbänder aus Stoff, Wolle und Baumwollfäden. Marteniza wird sogar gern per Post an Freunde verschickt. Sie dient als ein Talisman für langes Leben und Gesundheit: die Farbe rot für rote Wangen und weiß für graues Haar. Die Marteniza wird auf der linken Seite – die Seite des Herzens – getragen. Erst wenn man das erste Frühlingszeichen – einen Storch oder eine Schwalbe – erblickt, wird sie abgelegt.

Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling

Das Sprichwort „eine Schwalbe macht noch keine Frühling“ geht auf diesen Brauch zurück. Nachdem die Marteniza abgelegt wurde, hängt man sie als Schmuck auf einen Baum oder unter einen Stein und wünscht sich etwas.

Kubrat von Bulgarien

Die Gründung der Staates Bulgarien entstand der Legende nach auf folgende Weise: der Herrscher Kubrat hatte fünf Söhne und eine Tochter Houba. Diese gingen eines Tages auf die Jagd und an der Donau erblickten sie einen silbernen Hirsch. Sie betrachtete ihn bewundernd und schossen nicht auf ihn. Daraufhin überquerte das Tier den Fluss und zeigten ihnen damit die Furt. Eine Brieftaube überbrachte ihnen die schlechte Nachricht, dass ihr Vater im Sterben lag. Kubrat mahnte darin  seine Söhne Bajan, Kotrag, Asparuch, Kuber und Alzek, die Bulgarenstämme beisamen zu halten. Die Söhne schworen, das Altbulgarische Land zu verteidigen.

Die Zeit der Chasaren

Kurz dem Tod von Kubrat überfielen die Chasaren das Land. Ihr Khan Ashiba nahm die bulgarische Prinzessin Houba fest. Ihre Brüder hielten ihren Schwur auf verschiedene Art. Bayan blieb bei seiner Schwester und erkannte die Herrschaft von Khan Ashiba an. Kotrag ging nach Norden zur , Wolga während Asparuch, Kuber und Alzek sich auf der Suche nach neuem Land – ohne einen Unterdrücker – nach Süden wandten.
Bevor die Brüder heimlich abreisten, hatten sie mit ihrer Schwester Houba und dem bei ihr bleibenden Bruder Bajan vereinbart, ein goldenes Band – geknüpft um den Fuß eines Vogels – als Nachricht zu senden, wenn sie freies Land entdecken würden. Eines Tages flog ein von Asparuch geschickter Falke mit dem vereinbarten Zeichen in Houbas Raum, woraufhin sie und Bajan sofort Fluchtpläne schmiedeten.

Gerade als sie nach einem Platz Ausschau hielten, um die Donau zu überqueren, wurden sie von den Spähern der Chasaren entdeckt und verfolgt. Houba band dem Falken schnell ein weißes Band um den Fuß und übergab ihn ihrem Bruder Bajan. Dann eilte sie davon, um zu versuchen, eine Furt über die Donau zu finden. Bajan wollte den Falken aufsteigen lassen, aber gerade als der Vogel losfliegen wollte, traf ein feindlicher Pfeil Bajan und sein Blut tränkte das eine Ende des Bandes rot.
Mit allerletzten Kräften schafften Houba und Bajan es, das Land, das Asparuch entdeckt hatte – das heutige Bulgarien – zu erreichen. Asparuch konnte seinen sterbenden Bruder und seine Schwester noch willkommen heißen. Später zeichnete er seine Soldaten mit den weiß-rot gefärbten Fasern des Bandes aus. Soviel zur Legende über die Entstehung des heutigen Brauches Marteniza.

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